Kriegszeiten

October 4th, 2022

Eine vorläufige Sammlung beachtenswerter historischer Artikel über Krieg und den Kampf dagegen

Im folgenden dokumentieren wir einige historische Artikel, die wir bezüglich des Krieges im Allgemeinen sowie des aktuellen im Territorium Namens Ukraine für beachtenswert halten. Vor allem, was die Haltung von Anarchistinnen und Anarchisten dazu betrifft. Die Sammlung wird möglicherweise noch erweitert werden, und kann ja vielleicht etwas ergänzendes zur gegenwärtigen Diskussion beitragen. Hinter dieser Dokumentation steht im übrigen (zumindest bisher) keine geplante gedruckte Veröffentlichung, es schien uns aber doch immerhin nicht falsch, der gegenwärtigen Diskussion einige historische Quellen zur Seite zu stellen, nicht zuletzt, um gewissen Wiederholern und Schönredern historischer Fails von Teilen der anarchistischen Bewegung etwas entgegenzusetzen. Die Ansichten und Tendenzen, die wir hier wiedergeben, sind Teils etwas weiter von dem entfernt, was wir normalerweise veröffentlichen würden, die aktuelle Lage und die ahistorische Degeneration anarchistischer Diskussion in Deutschland lassen uns aber hier darüber etwas hinwegblicken.


“Dem Völkerkriege muss man den sozialen Krieg entgegesetzen.” – Der Krieg (1876)

“Man muss den Krieg mit allen seinen Konsequenzen annehmen, oder man muss es wagen, dem Gedanken einer Niederlage ins Gesicht zu sehen.” – Antimilitarismus und Revolution (1905)

“Im Interesse des Proletariats liegt also eher, daß das „Vaterland“ besiegt werde.”Antipatriotismus (1907)

Die Langeweile und der Krieg (1915)

“Nicht mit Sentimentalitäten läßt sich die durch Tradition geheiligte Kriegsbestie beseitigen, sondern nur mit kräftig durchgreifenden Mitteln, wie sie von den Anarchisten schon zu unzähligen Malen empfohlen wurden.” – Pazifismus (1923)

“Die Anarchisten müssen jegliche Verwirrung vermeiden und sich gegen jeden Krieg erklären, wie sehr auch immer er vorgibt, ein demokratischer Kampf gegen Totalitarismus zu sein.”Resolution der Internationalen Anarchistischen Konferenz zum Krieg (1948)

“Und dieses Mittel propagieren die Gehorsamsverweigerer aus Gewissensgründen zur Rettung aller Länder und aller Städte der Welt: Aufgeben jeder militärischen Verteidigungsabsicht!”Gehorsamsverweigerung (1950)

>>> NEU : “Die Phrasen vom Frieden und von den Übeln des Krieges scheinen unwirklich, abgenutzt und verblaßt zu sein durch andauernden Gebrauch und andauernden Verrat. Man muß an die Versammlungen vor dem ersten Weltkriege denken, mit ihren Beschlüssen von internationaler Solidarität: man erinnert sich der Debatten und Demonstrationen zwischen 1918 und 1939, und der Gelübde, das Kämpfen abzulehnen. Und dann erinnert man sich, wie alles praktisch zwecklos war, die Massen gehorsam die Uniformen anzogen und wie sie sich gegenseitig abschlachteten auf Befehl ihrer Herrscher: mit Beifall begrüßt von vielen derjenigen, die vorher so laut nach Frieden schrien.”Krieg und Frieden (1955)

 

(Die blutige Internationale der Rüstungsindustrie; in: Die Schwarze Fahne Nr. 44 4. Jahr 1928)

 

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